SWOŁOWO/SCHWOLOW

Geschichte

Swołowo/Schwolow liegt in Mittelpommern, im westlichen Teil der Woiwodschaft Pommern, ca. 14 km nordwestlich von Słupsk/Stolp. Nicht weiter als 1 km von dem Dorf verläuft die Landstraße von Słupsk nach Darłowo/Rügenwalde, die Ende des 18. Jh. erbaut wurde. Die Abseitslage von Swołowo führte dazu, dass sich seine räumliche Anordnung völlig erhalten hat.

Es ist ein im Mittelalter gegründetes, von West nach Ost angelegtes Angerdorf, entlang eines kleines Bachs, des s.g. Grünen Rinnsals, der unweit von der Dorfbebauung entspringt. Durch Stauung dieses Wasserlaufes entstand in einem kleinen Tal mitten im Dorf ein kleiner Teich, der Jahrhunderte lang zu Wirtschafts- und Erholungszwecken diente. Er liegt im Bereich eines im Dorfkern liegenden Weidelandes, das im Mittelalter von der ganzen Dorfgemeinschaft genutzt wurde. An dem Teich wurde um 1400 eine Kirche errichtet. Die Umgebung des Dorfkerns bilden sanfte Hänge, auf denen Bauernhöfe gebaut wurden. Dahinter legte man Felder und Wege an.

Swołowo/Schwolow gehört zu den ältesten Dörfern in der Umgebung von Słupsk/Stolp. Erste urkundliche Erwähnungen stammen aus dem Jahre 1230, in dem der Herzog von Sławno/Schlawe das Dorf „Zelov“ oder „Zwolov“ dem in Stare Sławno/Alt-Schlawe angesiedelten Johanniter-Orden verlieh, was 1240 der Herzog Swantopolk von Gdańsk/Danzig bestätigte. Die Verleihung war mit der Änderung des rechtlichen Status verbunden, vom einheimischen zum deutschen Recht. Die Ordensbrüder stärkten den christlichen Glauben in diesem Gebiet, führten neue Formen der Agrarwirtschaft ein und enthoben den ihnen zustehenden Zehnt. In der Folgezeit gehörte das Dorf Adelsgeschlechtern: im 14. Jh. war es im Besitz derer von Below, 1476 wird Peter von Glasenapp und 1536 das Geschlecht derer von Schwave als Besitzer genannt. Anschließend geht Swołowo/Schwolow in königlichen Besitz unter der Aufsicht des Amtes in Słupsk/Stolp über.

In den nachfolgenden Jahrhunderten ändern sich die gesetzlich-gesellschaftlichen Verhältnisse in Swołowo/Schwolow praktisch nicht. Als ein Zinsdorf wird es von einem Freischulzen und 16 Bauern, die große Bauernhöfe (bis 50 ha land) besitzen, bewohnt. Die Prästationstabelle des Amtes in Słupsk/Stolp von 1732 nennt im Dorf einen Freischulzen, 15 Bauern, 3 Kossäten und einen Schmied. L. Bruggemann gibt im Rahmen seiner Analyse der Bauernhöfe in Swołowo/Schwolow von 1784 zusätzlich 3 Büdner: einen Schmied, einen Förster und einen Lehrer an, er schätzt auch, dass es im Dorf insgesamt 25 Feuerstellen gab. Ende des 18. Jh. wurden die meisten Frondienste abgeschafft und um 1820 wurde das vererbbare Nutzungsrecht in das Eigentumsrecht umgewandelt. Es resultierte aus der Steinschen Reform vom Anfang des 19. Jh., die u.a. das Gebiet von Mittelpommern umfasste. Die landwirtschaftlichen Reformen aus dieser Zeit trugen zur Entwicklung pommerscher Dörfer bei - darunter auch maßgeblich von Swołowo/Schwolow.

Mapa Swołowa z okresu międzywojennego XX w.
(za K. H. Pagel)

Intensive Entwicklung und Ausbau dauern seit Mitte des 19. Jh. an. In diesem Zeitraum wurden die meisten bis heute erhalten gebliebenen Gebäude innerhalb der Bauernhöfe reicher Bauern, die Häuser für Landarbeiter und das Spritzenhaus errichtet. Die Kirche wurde auch ausgebaut. 1831 gab es 31 Häuser mit 236 Einwohnern, 1885 hat sich diese Zahl verdoppelt: es gab 66 Häuser mit 499 Einwohnern.

Uroczystości z okazji 20-lecia swołowskiej mleczarni, 1925r.

Auf dem spindelförmigen Platz in der Mitte des Dorfes und am Dorfweg wurden einige kleine Gebäude für Kossäten, Büdner oder Handwerker, sowie eine Molkerei gebaut. Trotz fortschreitender Bebauung konnte Swołowo/Schwolow seine historische, auf das Mittelalter zurückgehende räumliche Anordnung beibehalten, auch seine Größe hat sich nicht wesentlich geändert. In den 40er Jahren des 20. Jh. beschäftigen sich, wie vor Jahrhunderten, 15 Besitzer von großen Bauernhöfen mit Ackerbau und funktioniert ein großer landwirtschaftlicher Betrieb, der der Kirchengemeinde gehört.

Budynek bramny czworobocznej zagrody, Swołowo początek XX w.

Die Vierkanthöfe reicher pommerscher Bauern, nördlich und südlich an beiden Seiten der Pflasterstraße gelegen, grenzte nach der Straße hin ein Torhaus ab. Gegenüber hinten im Hof stand ein Haus mit breiter Frontwand, an das an beiden Seiten ein Stall und eine Scheune anschlossen, so dass der Hof fast wie eine Burg wirkte.

K.H. Pagel berichtet, dass die Fläche des Dorfes vor dem 2. Weltkrieg 901 ha, die Bevölkerung 315 Personen (Stand am 17. Mai 1939), die Zahl der Haushalte 78 und der Wohnhäuser 52 (Stand 1925) betragen hat. 1939 gab es in Swołowo/Schwolow 39 Bauernhöfe, darunter:

  • 10 mit 0,5 bis unter 5 ha
  • 10 mit 5 bis unter 10 ha
  • 4 mit 10 bis unter 20 ha
  • 15 mit 20 bis unter 100 ha

Das letzte Adressbuch nennt unter den Bauernhofbesitzern vor 1945 folgende Personen:

  • Albert Albrecht I - 71 ha
  • Auguste Albrecht - 28 ha
  • Friedrich Albrecht I - 63 ha
  • Friedrich Albrecht I - 63 ha
  • Ida Duske - 24 ha
  • Albert Muller - 50 ha
  • August Schulz - 52 ha
  • Willi Wockenfluss - 24 ha
  • Albert Albrecht II - 52 ha
  • Artur Albrecht - 53 ha
  • Friedrich Albrecht II - 54 ha
  • Fritz Duske - 50 ha
  • Herman Kloh - 28 ha
  • Proboszcz - 72 ha
  • Wilhelm Schulz - 47 ha
  • Paul Zessin - 51 ha

Der Viehbestand in ihren Bauernhöfen belief sich auf bis zu 9 Pferde, von 9 bis 30 Stück Rindvieh, bis zu 72 Schweine. Der durchschnittliche Ertrag auf ein Hektar betrug 11,23 RM, im Landkreis Słupsk 5,95 RM.

Erwähnenswert ist die jahrhundertelange Ansässigkeit der Einwohner von Swołowo/Schwolow auf ihren Höfen. In benachbartem Starkowo/Starkow fand am 10. Mai 1934 eine Feier statt, bei der 131 pommerschen Familien, die über 200 Jahre lang auf ihren Höfen gesessen hatten, Ehretafeln aus Eichenholz überreicht wurden. Aus Swołowo/Schwolow waren es:

  • 1573 r. - Albert Albrecht I
  • 1659 r. - Gerhard Albrecht
  • 1694 r. - Schulz - Albrecht
  • 1689 r. - Paul Zessin
  • 1712 r. - Albrecht Schulz
  • 1654 r. - Friedrich Albrecht I
  • 1585 r. - Albrecht - Albrecht
  • 1581 r. - Albrecht - Zessin
  • 1669 r. - Franz Schulz

In den Zwischkriegsjahren des 20. Jh. wurde im östlichen Teil von Swołowo/Schwolow ein neues Schulgebäude errichtet (1931); in der zweistufigen Grundschule hat ein Jahr später der Dorflehrer Friedrich Horn 66 Kinder unterrichtet. Das Dorf wurde elektrifiziert, der Dorfweg gepflastert, der Boden des Teiches in der Dorfmitte mit Lehm und Steinen abgedichtet, die Gräben der Wasserläufe profiliert und feuchte Stellen entwässert. .

Kartka pocztowa ze Swołowa, lata 30-te XX w.

Im Dorf gab es einen Spar- und Darlehnskassenverein, eine Molkerei und eine Gemischtwarenhandlung von L. Baller und W. Barz. Es waren auch Handwerker tätig: der Maurermeister Bauske, die Schuhmacher F. Boldt und R. Sill und der Stellmacher Zielske. An beiden Seiten des Dorfes (östlich und westlich) standen zwei Windmühlen, die Robert und Albert Papenfuß gehörten.

Die Einwohner von Swołowo/Schwolow waren evangelisch, die Kirche gehörte zum Kirchspiel in Bruskowo Wielkie/Groß Brüskow.

Anfang März 1945 marschierten in Swołowo/Schwolow (wo sich außer den einheimischen auch u.a. ostpreußische Flüchtlinge befanden) russische Truppen ein, ohne im Dorf Schäden anzurichten. Polnische Behörden haben die Verwaltung am 1.8.1945 offiziell übernommen. Seitdem beginnt eine allmähliche Besiedlung des Dorfes durch polnische Ansiedler.

Dzieci na skutym lodem stawie w Swołowie, styczeń 1949r.

Der erste, der noch vor der anrückenden Front in das Dorf kam, war Szczepan Ptaszkowki, der sich am besten an die ersten Nachkriegsjahre in Swołowo/Schwolow erinnert. Die Ansiedler kamen hauptsächlich aus den Gebieten um Kielce, Białystok, Ciechnów, Łomża, Rzeszów sowie aus den früheren östlichen Randgebieten Polens. Der erste Lehrer in der Dorfschule war der aus Kartuzy stammende Wojciech Radtke.

Nicht alle, die hierher kamen, hatten die Absicht, sich hier für immer niederzulassen. Das Gefühl einer nur vorübergehenden Möglichkeit, in den sog. „zurückeroberten Gebieten“ wohnen zu können, war allgegenwärtig. In den ersten Nachkriegsjahren lebte ein Teil der Ansiedler mit der Überzeugung, dass ein neuer Weltkrieg ausbrechen würde und dass sie wieder in ihre Heimat zurückgehen müssten. Diese Unsicherheit hielt viele davon ab, für das Aussehen der Häuser und die Instandhaltung der Bauernhofgebäude zu sorgen.

Trotz all dem waren räumliche Veränderungen in Swołowo nach 1945 verhältnismäßig gering. Am 29.07.1947 brannten Torhäuser und Stallgebäude in den Bauernhöfen Nr. 17 und 18 nieder, später auch im Bauernhof Nr. 22. Auch die beiden früher bestehenden Windmühlen wurden abgerissen. In den 70er Jahren wurde im Dorf, an Stelle eines der abgetragenen Wohnhäuser ein einstöckiges, flachdachiges Gebäude errichtet. Zur Zeit - nach Auflösung der Schule - dient es zu Wohnzwecken. 1998 wurde in der Dorfmitte am Teich ein Geschäft gebaut und 1997-1999 am Orteingang ein modernes Parterrehaus, das von einem Metallzaun umgeben ist und die Dorflandschaft von der nordöstlichen Seite verschandelt hat.

Die Einwohnerzahl betrug (Stand: Juli 2004) 242 Einwohner und die Fläche des Schulzenamtes 1336,16 Hektar. Der Dorfschulze ist Andrzej Walos.

In den letzten Jahren nehmen die Einwohner, besonders im Dorfkern, verschiedene Änderungen an Häusern und Bauernhofgebäuden vor, die sich oft auf das Dorfbild von Swołowo negativ auswirken (als ein Beispiel dafür sei hier die alte Molkerei genannt). Zu erwähnen sind auch in großem Maße verfallende Scheunen und Stallgebäude (die den Bedürfnissen viele Hektar Land zählender landwirtschaftlicher Betriebe der Bauern vor 1945 angepasst waren) - diese Situation ergibt sich aus der Berufsumstellung der hiesigen Einwohner, die sich zum größten Teil nicht mehr mit Landwirtschaft und Viehzucht beschäftigen. Aus diesem Grunde sind jahrzehntealte, manchmal sehr schöne Objekte dem Verfall preisgegeben. Eine Chance für die Belebung des Dorfes ist ein weit verstandener Kulturtourismus und die Aktivitäten des Mittelpommerschen Museums.

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